Feldversuch Grundeinkommen - oder: 100 mal Neues Leben

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2009 kündigte die Breuninger Stiftung einen Feldversuch für ein bedingungsloses Grundeinkommen an. Gedacht war an zwei Gruppen mit jeweils 100 Menschen, einmal in Stuttgart und einmal in Brandenburg, die zwei Jahre lang ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten sollten. Der Versuch wird in dieser Form nicht stattfinden. In einem Projektinfo "100 mal Neues Leben" der Breuninger Stiftung heißt es:

"Während in der öffentlichen Wahrnehmung dabei immer das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ im Vordergrund stand, ging es der Stiftung insbesondere um ein anderes Verständnis von Arbeit: Denn die Reduzierung von Arbeit auf Erwerbsarbeit ignoriert die umfassende Bedeutung von Arbeit für den Menschen - keine Arbeit zu haben bedeutet deshalb nicht nur, kein Einkommen zu haben.

Weil es bislang aber kaum praktische Beispiele dazu gibt, wie Arbeit neu gedacht und gelebt werden kann, hat die Stiftung ein entsprechendes Projekt angeregt."

Weiter heißt es: "Zusammenfassend lässt sich dazu sagen, dass die hinter dem Projekt steckende Idee einhellig auf grosses Interesse gestossen ist, dass sich aber keine Möglichkeit ergeben hat, ein solches Projekt - unter Einschluss eines Grundeinkommens für alle Teilnehmer/innen – zu finanzieren." ... "In der weiteren Projektentwicklung wird es wird darum gehen, unter Beachtung der Grundideen eine Form zu finden, wie 100 Menschen über einen befristeten Zeitraum, unter grösstmöglicher Selbstbestimmung, materiell abgesichert, ihrem Leben eine neue Perspektive geben können.

Die materielle Absicherung wird aber nicht Bestandteil des Projektes sein können, der Aspekt des bedingungslosen Grundeinkommens tritt deshalb in den Hintergrund.

Der Projektvorschlag „100 mal Neues Leben“ der Breuninger Stiftung hat drei konstitutive Elemente:

  • eine neue Vorstellung von Arbeit (Arbeit bestimmt weitgehend die Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen und die Reduzierung von Arbeit auf Erwerbsarbeit ignoriert deren umfassende Bedeutung.)
  • die Schaffung von Ermöglichungsräumen als Voraussetzung dafür, dass sich Neues entwickeln kann. (Voraussetzung ist dafür, dass Menschen ein Minimum an materieller Sicherheit und die Freiheit zur eigenen Lebensgestaltung bekommen. Ermöglichungsräume werden dabei als Chance begriffen, eine eigene Neuorientierung zu finden, und jeder/jedem zu ermöglichen, das zu tun, was jede/r „wirklich, wirklich“ will.) und
  • ein Minimum an Vorgaben (Was vor allem bedeutet, Zugriffsrechte von aussen – Arbeitsagentur, Job-Center, auch der Stiftung - auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.)"

Die weiterentwickelte Projektidee soll nun zum 01.04.2011 in der Uckermarck starten. Träger ist der "Europäische Regionale Förderverein Pinnow". Dieser betreut nach eigenen Angaben rund 250 Frauen und Männer in 38 geförderten Projekten. Weitere Ideen der Arbeitsmarktpolitik sollen jetzt realisiert werden, u.a. das Projekt „100 Mal neues Leben – arbeiten in der Uckermark“. Geschäftsführer des Vereins ist Volkmar Ritter. Laut Ritter richtet sich das Projekt an Langzeitarbeitslose, die den Willen zur Veränderung haben, sich zum Beispiel selbstständig machen oder den Beruf wechseln wollen. Das Projekt geht über zwei Jahre und wird vom Land sowie von der Breuniger-Stiftung unterstützt. Quelle

Die Leiterin der Breuninger Stiftung, Frau Dr. Helga Breuninger, war Teilnehmerin der Sendung Hallo Ü-Wagen zum Grundeinkommen am 25.09.2010 in Bonn.
Die Sendung nachhören
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